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Was kann ich homöopathisch für Sie tun ?
Seit Übernahme der jetzigen Ordination ist es
mir aufgrund der Abläufe und Anforderungen einer Kassenordination leider
nicht mehr möglich, klassische Homöopathie im eigentlichen Sinn anzubieten.
Aufgrund meiner homöopathischen Ausbildung und bisherigen praktischen
Erfahrung mit dieser faszinierenden Heilmethode berate ich Sie aber im
Rahmen meiner kassenärztlichen Tätigkeit gerne, inwiefern bei Ihren Beschwerden
eine homöopathische Behandlung sinnvoll sein kann und empfehle Sie auch
gerne an erfahrene homöopathische Kolleginnen oder Kollegen weiter.
In manchen Fällen von akuten Beschwerden wird es mir auch möglich sein,
Ihnen eine homöopathische Arznei (im Sinne der Verschreibung nach "bewährter
Indikation") zu verordnen.
Falls Sie noch kein konkretes Wissen über die Homöopathie haben, empfehle
ich Ihnen zum ersten Kennenlernen dieser Heilmethode die Lektüre der
folgenden Absätze:
Was ist Homöopathie?
Viele Menschen verstehen unter „Homöopathie“ oder „homöopathisch“ ganz allgemein eine „natürliche Behandlungsweise“ oder häufig einfach auch eine Therapie mit pflanzlichen Heilmitteln.
Obwohl diese Begriffe für die Homöopathie durchaus auch zutreffend sind, gibt es einen grundlegenden Kernsatz, der das Wesentliche dieser Heilmethode ausdrückt und sie von den anderen klar unterscheidet:
„Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden – Similia similibus curentur“
Diese sogenannte Ähnlichkeitsregel - auch Simileprinzip genannt - formuliert das Grundprinzip der homöopathischen Heilweise.
Was ist damit gemeint?
Vor mehr als 200 Jahren schrieb Samuel Hahnemann: „Wähle, um sanft, schnell, gewiß und dauerhaft zu heilen, in jedem Krankheitsfall eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden erregen kann wie sie heilen soll.“
Hahnemann gilt damit als der geniale Begründer dieser Heilmethode, wenn auch diese Ähnlichkeitsregel schon in der Antike bekannt war und auch in der Ethnomedizin beschrieben wird.
Auf der Suche nach homöoopathischen Arzneien besteht ganz allgemein der erste Schritt darin, zu untersuchen, welche Beschwerden ein mögliches Heilmittel auslösen kann. Zu diesem Zweck nehmen gesunde freiwillige Versuchspersonen ein bestimmtes Mittel über eine gewisse Zeitlang regelmäßig ein und zeichnen alle Befindensänderungen bzw. Symptome, die während dieser Prüfungsperiode auftreten, genau auf („Arzneimittelprüfung“). Die Summe aller dieser Symptome wird als „Arzneimittelbild“ bezeichnet.
„Was der alles wissen will .....“
Wenn Sie als Patient zum Arzt mit dem Wunsch nach einer homöopathischen Therapie Ihrer Krankheit kommen, so müssen zunächst die Einzelheiten Ihres Beschwerdebildes möglichst genau eruiert und anschließend mit den verschiedenen bekannten Arzneimittelbildern verglichen werden. Für diesen Vergleich werden sowohl eine detailgetreue Beschreibung der vordergründigen Beschwerden, als auch auffällige Veränderungen in anderen Körperregionen oder im seelischen Bereich und zusätzlich noch anderweitige Begleitumstände herangezogen. Sie sollten deshalb als Patient nicht überrascht sein, wenn Ihr Arzt Ihnen im Rahmen des homöopathischen Anamnesegesprächs Fragen stellt, die auf den ersten Blick nichts mit der Krankheit zu tun zu haben scheinen oder schlichtweg banal wirken.
Ihr Arzt wird Ihnen dann diejenige Arznei, deren Arzneimittelbild am besten mit der Gesamtheit Ihrer Krankheitssymptome übereinstimmt, verordnen. Meist werden homöopathische Arzneien in Form der bekannten Globuli oder als Tropfen verschrieben.
Starke Verdünnungen - „da ist doch nichts drinnen“ ?
Hahnemann legte aber nicht nur Wert darauf, genau zu erforschen, welche Substanz welche Symptome erzeugen und somit heilen kann, sondern er machte sich auch sehr bald auf die Suche nach der idealen Dosierung.
Da er ja im Rahmen der Arzneimittelprüfungen an den Versuchspersonen de facto künstlich Krankheiten auslöste, war es selbstverständlich, dass er mit möglichst geringen Substanzmengen auszukommen versuchte.
Bei diesen Bemühungen, die Dosis möglichst niedrig zu halten, machte er eine absolut überraschende Entdeckung: mit zunehmender Verdünnung der Ausgangssubstanz wurden die erzeugten Symptome nicht - wie zu erwarten gewesen wäre – immer weniger wahrnehmbar, sondern traten ganz im Gegenteil immer prägnanter zutage!
Wenn dies auch der Logik zu widersprechen schien: Hahnemann war ein Wissenschaftler, der sich streng der Empirie verpflichtet fühlte. Er fragte also nicht danach, ob etwas so sein durfte, wie er es beobachtete, sondern versuchte, hinter diesem neu entdeckten Phänomen eine Gesetzmäßigkeit zu entdecken.
Wie könnte man sich dieses Paradoxon erklären?
Bei der Erzeugung seiner Verdünnungsreihen war Hahnemann natürlich bemüht, vor jedem weiteren Verdünnungsschritt die Arzneisubstanz möglichst gleichmäßig im Verdünnungsmittel (in der Regel Milchzucker oder niedrigprozentiger Alkohol) zu verteilen. Aus diesem Grunde achtete er zwischen den einzelnen Verdünnungsschritten konsequent darauf, dass flüssige Arzneiverdünnungen kräftig geschüttelt und pulverisierte Arzneiverdünnungen in einer Reibschale kräftig zerrieben wurden.
Und diese Bearbeitung der Arzneimittel macht erfahrungsgemäß den Unterschied gegenüber einer bloßen Beimengung eines Verdünnungsmittels aus.
Dieser Arbeitsschritt des Verschüttelns oder Verreibens wird auch „Potenzierung“ genannt, denn das Produkt erhält erst durch diese Bearbeitung die Kraft – die „Potenz“ - , trotz der niedrigen Menge an Arzneisubstanz als homöopathisches Heilmittel wirken zu können. Man geht heute davon, dass bei diesem Vorgang ein Abbild der Ursprungssubstanz als energetische Information im Verdünnungsmedium gespeichert wird. In der physikalischen Grundlagenforschung findet sich immer mehr Bestätigung für diese Ansicht.
Der Unterschied zwischen bloßen Milchzuckerkügelchen und Milchzuckerkügelchen, die den Prozess einer homöopathischen Arzneierzeugung durchlaufen haben wäre somit analog zu sehen wie der Unterschied, der zwischen einer unbespielten und einer bespielten Tonbandkassette besteht. Niemand würde bei der chemischen Analyse einer unbespielten und einer bespielten Kassette unterschiedliche Resultate erwarten, während die Unterschiede im Informationsgehalt natürlich auf der Hand liegen. In Analogie dazu ist (ab einem bestimmten Verdünnungsgrad) die Ursprungssubstanz in einer homöopathischen Arznei chemisch zwar nicht nachweisbar, die Wirkung auf den Organismus aber klar für den Patienten spürbar und den Arzt erkennbar.
„Potenzierte Arzneien“
Hinweise auf die Art der Arzneierzeugung finden Sie auf dem Etikett Ihres Arzneifläschchens:
In der Regel besteht die Aufschrift aus 3 Teilen:
* dem Arzneinamen,
* einem oder mehreren Buchstaben als Hinweis auf den Verdünnungsgrad sowie
* einer Zahl., die die Anzahl der Verdünnungsschritte angibt.
Zum besseren Verständnis gebe ich ein Beispiel:
„
Belladonna D 30“ bedeutet folgendes:
„
Belladonna” ist die Ausgangssubstanz der Arzneierzeugung, die Tollkirsche (lat. Atropa belladonna)
„
D“ steht für „decem“ (lat. zehn) und besagt, dass bei jedem Verdünnungsschritt die Ausgangssubstanz auf das Zehnfache verdünnt wird
„
30“ bedeutet, dass in diesem Fall dieser zehnfache Verdünnungsprozeß dreißigmal wiederholt wurde (und natürlich wie oben erwähnt jedes Mal dazwischen potenziert wurde)
Statt „D“ (decem) findet man häufig auch „C“ (lat. centum), was für einen Verdünnungsgrad auf das hundertfache steht oder aber „LM“, was für einen komplizierteren mehrstufigen Verdünnungsgrad auf das 50000fache steht.
Arzneien, die nur über kurze Verdünnungsreihen erzeugt wurden, nennt man auch „Niedrigpotenzen“ (bis maximal D12 bzw. C12), nach oftmaligen Verdünnungs- und Potenzierungsschritten spricht man von „Hochpotenzen“.
Dosierung homöopathischer Arzneien:
Homöopathie ist eine Reiztherapie. Das bringt mit sich, dass eine homöopathische Arznei höchstens so lange eingenommen werden soll, bis der Reiz durch den Organismus beantwortet wird.
Ganz generell ist zu sagen, dass die Einnahme niedriger Potenzen meist häufig wiederholt wird, während Hochpotenzen nur selten wiederholt werden dürfen.
Sobald Sie als Patient nach Einnahme einer homöopathischen Arznei eine Befindensänderung bemerken, bedeutet dies, dass Ihr Organismus beginnt, den Reiz, der durch die Arzneigabe gesetzt wurde, zu beantworten. Sie sollten in diesem Fall die weitere Einnahme dieser Arznei unterbrechen, bis diese Reaktion abgeklungen ist.
Wichtig ist dabei zu wissen, dass sich eine solche Arzneireaktion sowohl als eine Abschwächung, als auch als eine (vorübergehende) Verstärkung Ihrer ursprünglichen Beschwerden äußern kann. Das ist an sich nicht überraschend, wenn man bedenkt, dass eine passende homöopathische Arznei ja dadurch charakterisiert ist, dass sie bei einer gesunden Versuchsperson solche Beschwerden auslösen kann, wie sie bei Ihnen heilen soll. Eine eventuelle Erstverschlimmerung ist deshalb nicht beunruhigend, sondern kann vielmehr als Hinweis auf eine baldige Besserung Ihrer Beschwerden gewertet werden. Wichtig ist aber wie gesagt in diesem Zusammenhang, dass sie im Falle einer solchen Erstreaktion die weitere Arzneieinnahme unterbrechen, um nicht eine allzu heftige Erstreaktion zu provozieren.
„Hilft´s nix, so schadt´s nix“ ??
Wie oben erklärt, entspricht es dem Wesen einer homöopathischen Arznei, unterschiedlichste Krankheitsbilder auslösen zu können. Damit wird klar, das der oft gehörte sorglose Ausspruch „Hilft´s nix, so schadt´s nix“ nur eingeschränkt Gültigkeit haben kann.
Wenn auch die Homöopathie in der Hand des informierten Laien bei vielerlei kleinen Alltagsbeschwerden hervorragende Dienste leistet, so muss doch betont werden, dass bei schwereren Kranheitsbildern und auch generell bei längerdauernder Einnahme einer homöopathischen Arznei die Behandlung auf jeden Fall durch einen homöopathisch ausgebildeten Arzt erfolgen sollte.
Mehr Informationen über Homöopathie finden Sie auf der Website der Österr. Gesellschaft für Homöopathische Medizin www.homoeopathie.at .
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